Traubenernte: Von Hand oder maschinell – was ist besser für den Wein?

Traubenernte: Von Hand oder maschinell – was ist besser für den Wein?

Maschinelle Weinernte - Maschineller Vollernter (Bild: Weingut Volker Barth)

Wirkt sich maschinelle Traubenernte auf den Geschmack des Weins aus? Welche Vorteile bringt eine Ernte mit speziellen Maschinen? Und wie läuft sie ab? 

Die Weinlese – ein wichtiges Ereignis

Jedes Jahr beginnt sie wieder: die Weinlese. Diese Tätigkeit wurde früher auch als Herbsten bezeichnet, denn ursprünglich bedeutet das Wort “Herbst” auch “Erntezeit”. Doch wegen der Klimaerwärmung ist dieser Ausdruck nicht mehr zeitgemäß, denn die Weinernte beginnt heutzutage bereits im Spätsommer.

Für viele Menschen ist die Weinlese ein aufregendes Ereignis. So manch ein Weinfreund hat schon mal als Erntehelfer bei einer Traubenernte mitgeholfen. Da kommt die ganze Familie oder der große Freundeskreis zusammen und packt fleißig und voller Tatendrang mit an. Nur die besten Trauben kommen in den Korb. Diese werden behutsam von Blattwerk befreit und lagert anschließend im Keller für die Weiterverarbeitung.

Doch seit vielen Jahren erntet man nicht mehr ausschließlich von Hand, sondern auch maschinell, was einige Vorteile mit sich bringt.

Wie funktioniert die maschinelle Traubenernte?

Sogenannte Traubenvollernter kommen bei der Maschinenernte zum Einsatz. Diese Arbeitsmaschinen fahren über eine Reihe von Rebstöcken hinweg und führen dabei die Reben tunnelartig unter sich hindurch. Vibrierende Glasfiberstäbe, die sich bogenförmig über den Rebstock legen, rütteln diesen sanft, sodass sich die Traubenbeeren ablösen können.

Wie solch eine maschinelle Traubenernte bei uns aussieht, zeigt dieses Video:

Die sehr feine Einstellmöglichkeit an den Traubenvollerntern ermöglicht es, nahezu keine Trauben zu verletzen. Sofort werden die Beeren von einem Förderband aufgefangen und anschließend mit einem starken Luftgebläse von Laub und Insekten befreit. Eine sogenannte Abbeermaschine entfernt die noch anhaftenden Rispen von den Weinbeeren, und die Sortieranlage wirft zu kleine und faule Trauben aus. Abschließend landen die Beeren in Kisten, die dann der Winzer in seinem Keller lagert.

Ein beeindruckender Fakt: Inzwischen sind die Maschinen zur Weinernte so gut ausgestattet, dass sie mit Hilfe eines Raupenlaufwerks selbst in steilen Weinbergslagen von bis zu 70 Prozent Steigung ernten können.

Die Vorteile des Vollernters

Es gibt einige Vorteile für die Nutzung eines Traubenvollernters, die auf der Hand liegen. Das wäre zum Einen der Zeitfaktor: Eine Traubenerntemaschine kann deutlich mehr Beeren in kurzer Zeit ernten, als es von Hand möglich wäre.

Die Ernte von einem Hektar Weinberg nimmt von Hand in etwa 250 Stunden in Anspruch, wohingegen der Traubenvollernter nur drei Stunden benötigt! Diese Effizienzsteigerung bringt einen weiteren Zeitvorteil mit sich: Die geernteten Trauben landen innerhalb kürzester Zeit im kühlen Keller. Das verhindert eine wilde Gärung der Trauben, da sie keinem langen Transport ausgeliefert sein müssen.

Im Herbst kommt es oft zu problematischen Witterungsbedingungen, die eine sogenannte Blitz-Ernte erfordern. Die Schnelligkeit mit der Traubenerntemaschine beugt nicht nur Ertragseinbußen vor, sondern auch wetterbedingter Trauben-Fäulnis und zunehmendem Schädlingsbefall.

Ein weiterer Pluspunkt ist, dass man mit einer Maschine auch nachts oder in den frühen Morgenstunden ernten kann, wenn es noch schön kühl ist. Wegen der vermehrt aufkommenden heißen und trockenen Sommer, steht die Weinindustrie vor neuen Herausforderungen. So muss beispielsweise der Weinbau stetig weiterentwickelt und die Weinlese der klimatischen Verhältnisse angepasst werden.

Wirkt sich die maschinelle Traubenernte auf die Wein-Qualität aus?

Die genannten Vorteile, wie Schnelligkeit der Ernte, durchgehende Kühlung der Trauben und Ausmerzen von witterungsbedingter Beeren-Fäulnis wirken sich auch positiv auf die Qualität des Endproduktes aus. Sofern unreife und faule Trauben vor der Ernte nicht von Hand entfernt werden, erntet der Vollernter auch diese Beeren.

Die neuen Generationen der Maschinen sind in der Lage, mit Hilfe einer Trauben-Sortier- und Entrappungsanlage die Qualität des Leseguts enorm zu steigern. Dies verhindert eine Verunreinigung des Weins durch faule Trauben.

Diverse Auszeichnungen und Prämierungen für Weine, deren Trauben vollmechanisch geerntet wurden, belegen, dass es inzwischen qualitativ keinen Unterschied mehr macht, ob die Trauben von Hand oder maschinell geerntet werden.

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